Bangkok

15. Juli 2019

Hallo ihr lieben,

und schon ist meine erste Woche in Asien, genauer gesagt Thailand, vergangen. So viele negative Meinungen, wie man über Bangkok hört, mir hat es hier echt gut gefallen und hatte sassssseine total schöne Woche!

Am Dienstag Abend (09.08.) bin ich nach einem doch langen Anflug von Neuseeland in Bangkok gelandet. Erst hatte ich einen vier Stunden Flug von Auckland nach Melbourne und anschließend neun weitere Stunden bis nach Bangkok, welche sich total gezogen haben, da die Zeit aufgrund der Zeitverschiebung scheinbar nicht umgegangen ist. Statt zehn Stunden bin ich Deutschland nun nur noch fünf in der Zeit voraus…

Goodby Neuseeland – Hallo Bangkok

Mein erster Eindruck von Bangkok: heiß und schwül. Gerade im Vergleich zu Neuseeland, wo es nun mal gerade Winter ist, fühlt man sich hier wie in einer riesigen Sauna! Die Temperatur ist im Grunde immer über 30°C, aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit fühlt sich das nochmal deutlich mehr an. Mittlerweile habe ich daran aber einigermaßen gewöhnt. Solange man genug drinkt, Pausen von der Sonne macht und Sonnencreme benutzt, passt das schon;)

Als ich dann abends nach einer gefühlten Ewigkeit Warten bei der Immigration und der anschließenden Fahrt in die Stadt endlich im Hostel bzw. in meinem Bett angekommen bin, war ich auch echt heilfroh!

Den nächsten Tag bin ich erst mal entspannt angegangen, habe mich orientiert, was ich denn so machen will und habe mich dann einfach durch die Stadt treiben lassen. Ich habe mir dann auch den Tempel Wat Pho angeschaut. Das war schon einfach beeindruckend, weil ich so etwas vergleichbares zuvor noch nicht gesehen habe. Und mal abgesehen davon, sind die Tempelanlagen alle total schön.

Reclining Buddha

Wat Pho

Abends habe ich mich dann noch mit Dana getroffen, einer Belgierin, die ich morgens im Hostel kennengelernt habe.

Mit ihr habe ich dann auch den nächsten Tag verbracht. Erst sind wir mit einer Fähre über den Chao Phraya River bis nach Wat Arun Tempel gefahren. Der Wat Arun Ratchawararam (Temple of Dawn) ist im Grunde eine riesige Pagode und rein optisch mein absoluter Favorit. Einfach nur schön…

Wat Arun

Anschließend sind wir wieder mit einer Fähre zum ICONSIAM, einer Einkaufsmall mit acht Etagen gefahren. Das war echt wie aus einer anderen Welt. Die meisten Läden dort sind weit aus meinem Preisbereich, es war aber auch einfach total cool sich das anzusehen. Zudem hatte man von oben ein super Blick über den Fluss.

Zum Schluss sind wir, statt irgendwie zurückzufahren, einfach die Strecke durch die ganzen Gässchen zurückgelaufen, das war eh viel schöner. Wir haben dann noch mal einen Stopp beim Golden Mount gemacht, ein Tempel von dem man ein super 360° Panoramablick über die Stadt hat.

Am nächsten Morgen bin ich dann ganz früh in den Tag gestartet und zum Bahnhof gelaufen um nach Ayutthaya zu fahren. Der Vorteil von Asien im Gegensatz zu Neuseeland: hier ist es auch um halb Sechs morgens schon hell und Abends erst um halb Acht dunkel…

Der Tag ist mein absoluter Favorit, angefangen mit der Zugfahrt bis hin zu der ganzen Stadt dort.

Ayutthaya war im Jahre 1700 mit einer Millionen Einwohnern einst die Größte Stadt der Welt, wurde allerdings im Jahre 1767 von den Burmesen fast komplett zerstört.

Zurück bleiben, in der ganzen Stadt, hauptsächlich aber auf der von Flüssen umrundeten Historischen Hauptinsel verteilt, zahlreiche Tempelruinen, die man sich noch anschauen kann.

Nachdem ich mit dem Zug angekommen bin, habe ich mir für den Tag ein Fahrrad gemietet und von Tempel zu Tempel gefahren. Das war total interessant, beeindruckend und einfach schön! Vor allem zu sehen, wie unterschiedlich die Ruinen der Tempel doch alle sind. Und es hat auch total Spaß gemacht, einfach mit dem Fahrrad durch die Gegend zu fahren.

Was ich mich im Nachhinein gewundert habe, ist warum all die Statuen enthauptet sind. Soweit ich dass verstanden habe, war das einfach eine reine Machtdemonstration. So auch der Kopf eines Buddhas, der aber von den damaligen Einwohnern Ayutthayas vergraben haben um ihn zu bewahren. Hier entstand einige Zeit später ein Feigenbaum, in dem dieser Kopf eingewachsen ist.

Buddha-Kopf im Feigenbaum

Wat Mahathat

Wat Ratchaburana

Wat Phra Si Sanphet

Wat Phra Mongkhon Bophit
Elefantentouren durch Ayutthaya

Wat Phra Ram

Reclining Buddha/ Wat Lokayasutha

Wat Chaiwatthanaram

Gegen Nachmittag war ich dann aber auch gerade wegen der doch sehr krassen Hitze einfach fertig und habe etwas früher als geplant den Zug zurück in die Stadt genommen. Das war dann auch genau richtig, dann bin ich nicht so spät im Hostel angekommen, denn alleine die Zugfahrt waren mindestens mal zwei Stunden!

Am Ende vom Tag bleiben die ganzen tollen Eindrücke vom Tag und ich war absolut froh nicht wie erst überlegt eine geplante Tagestour zu buchen, so war das in jeglicher Hinsicht einfach perfekt!

Am Samstag bin ich mit dem Bus dann zu dem Chatuchak Weekend Market gefahren, dem größten Wochenendsmarkt Thailands und auch einer der größten Weltweit. Hier gibt es echt alles was man sich vorstellen kann, nicht nur zahlreiche Klamotten, Schuhe und Schmuck sondern auch Kunst, Haushaltswaren, Antiquitäten und vieles mehr.

Chatuchak Market

Nachmittags habe ich dann einfach ein wenig die Aussicht am Chao Phraya River genossen und die Sonne gemieden.

Chao Phraya River

Am nächsten Tag habe ich dann wieder eine Tagestour gemacht, diesmal aber eine Gebuchte. Sicherlich wäre es auch hier schöner gewesen, den Trip nach Kanchanaburi auf eigene Faust zu unternehmen, da hätte ich aber ein paar Tage mehr Zeit benötigt. Eine Sache ist aber definitiv klar. Wenn ich nochmal nach Thailand komme, werde ich ein Paar Tage in dieser Gegend verbringen.

Bekannt ist Kanchanaburi für seine Geschichte im Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg und vor allem der Eisenbahnverbindung von dort nach Burma, die zu dieser Zeit gebaut wurde. Bei dem Bau der zwischen 1942 und 1943 sind mehr als 100.000 Menschen unter den unsagbarem Bedingungen gestorben, deshalb auch der Name ‘The Death Railway’.

Nachdem wir morgens im Bangkok gestartet sind, war das erste Ziel eben Kanchanaburi. Dort konnten wir uns das JEATH World War II Museum, die ‘Bridge over the River Kwai’ und einen Kriegsfriedhof, auf dem 6.900 Menschen begraben sind, die bei dem Bau der Bahn gestorben sind, anschauen.

JEATH Museum

Ursprüngliche Holzbrücke

Zweite Brücke – Bridge over River Kwai

Cemetery

Anschließend sind wir dann etwa eineinhalb Stunden mit dem Zug entlang der Death Railway bis zu der Thamkrasae Bridge gefahren, die einzige noch aus der Zeit erhaltene Holzbrücke. Sie ist ein Kilometer lang und wurde innerhalb 16 Tagen gebaut, das ist schon echt krass, sich dass mal vorzustellen!

Bei der Zugfahrt hätte man einen totalen Blick auf die Landschaft mit den näher kommenden Bergen und zahlreichen Feldern und Bananenplantagen.

Von der Zugstation sind wir dann weiter bis zu einem Ort am River Kwai gefahren, wo wir im Grunde in Häusern im/auf dem Fluss Lunch hatten.

Lunch am River Kwai

Anschließend ging es zum letzten Stopp, dem Sai Yok Noi Wasserfall. Das war schon echt schön, allerdings waren hier total viele Menschen, die am Wasserfall gepicknickt und im Wasser gebadet haben. Ich habe meine Verbleibende Zeit dann noch dazu genutzt, ein Stückchen entlang eines Weges weg von den Wasserfällen zu laufen und war direkt in Mitten verschiedener Felder mit Blick auf die Waldbedeckten Berge ringsherum.

Sai Yok Noi Wasserfall

At. RGenerell ist aber einfach die Gegend hier total schön, vor allem der Blick auf die Tenasserim Hills, die Thailand von Myanmar trennen.

Auch wenn der Trip ab und an etwas hektisch war, es war doch echt schön auch nur einen kleinen Teil dieser tollen Gegend zu sehen und entdecken…

An meinem letzten Tag in Bangkok, habe ich noch den Grand Palace, incl. Wat Phra Kaew angeschaut. Das war schon auch echt beeindruckend und schön, allerdings war das Wetter absolut unerträglich, viel zu viele Touristen und manche Gebäude der Tempelanlage ist für meinen Geschmack schon fast zu kitschig. Trotzdem echt absolut schön, aber Wat Pho hat mir dann doch besser gefallen…

Wat Phra Kaew

Ich war an diesem Tag mit Lena unterwegs, eine ehemalige Schulkameradin, mit der ich mich schon eigentlich die ganze Zeit in Neuseeland treffen wollte. Das war jetzt auch absolut zufällig, dass wir gleichzeitig in Bangkok waren, aber total schön, dass das doch noch geklappt hat (wir waren schließlich 5 Monate zur selben Zeit in Neuseeland und haben es dort nicht auf die Reihe bekommen…). Wir haben uns dann einfach noch ein wenig ans Wasser gesetzt und gequatscht, das war echt schön!

Fazit: Ich kann durchaus verstehen, warum so viele Leute Bangkok schrecklich finden. Ja, es ist nicht die Sauberste Stadt, man sieht Menschen in komplett anderen Lebensverhältnissen, als Fußgänger lebt man echt gefährlich und die an jeder Ecke wartenden Tuk-Tuk-Fahrer sind auf Dauer auch nervig, aber all das hat mich jetzt gar nicht so gestört. Ich war einfach sehr begeistert von all den Tempeln und der anderen Kultur, die man hier finden kann. Außerdem findet man zahlreiche kleine Gässchen, gerade entlang der Kanäle, die auch ganz schön sind und der Stadt einen gewissen Charme verleihen. Die meisten Leute, die aber immer per Taxi, Tuk-Tuk oder Bus fahren anstatt einfach mal zu laufen, verpassen das aber einfach und können sich so auch nicht davon begeistern lassen…

Für mich geht’s jetzt weiter nach Vietnam, ich bin mal gespannt, wie dass so wird!

Bis dann, eure Jule

Coromandel

08. Juli 2019

Hallo ihr lieben,

‘Good for your Soul’, mit diesem Spruch wirbt die Halbinsel Coromandel und selbst nach einer teilweise doch eher verregneten Woche, kann ich dem absolut zustimmen.

Gerade im Vergleich zum, nicht zu weit entfernten, Auckland, ist es dort toal idyllisch und schön. Zwar ist an einigen populären Attraktionen, wie der Cathedral Cove durchaus viel los, mal abgesehen davon ist es gerade jetzt im Winter und auch generell, doch eher ausgestorben und ruhig.

Ich habe in der Woche nicht sonderlich viel unterschiedliche Orte gesehen, hatte aber eine sehr schöne Zeit.

Nachdem wir das Auto zurückgegeben haben und ich noch eine Nacht in Auckland geblieben bin, habe ich am Dienstag morgen (02.07.) mit dem frühstmöglichen Bus die Stadt wieder verlassen und bin nach Coromandel Town gefahren.

Gerade der Weg von Thames nach Coromandel Town, aber im Grunde die gesamte Rundstrecke um die Halbinsel, ist landschaftlich sehr szenisch. Selbst wenn ich bei jeder meiner Busfahrten regnerisches Wetter hatte, die Ausblicke waren größtenteils dennoch echt schön.

In Coromandel Town war ich eine Nacht und bin dann weiter nach Whitianga, wo ich zwei weitere Tage verbracht habe. Gerade am Strand war es hier schon echt schön, allerdings hat es die meiste Zeit geregnet. So hatte ich aber auch mal Zeit mir ein wenig meine Sachen zu organisieren.

Coromandel Town

Whitianga

Während Whitianga, aber vor allem Coromandel Town, größtenteils echt wie ausgestorben waren (das gesamte Hostel hatte ich mir jeweils mit drei Leuten geteilt und in der ‘Innenstadt’ sind die meisten Geschäfte über Winter komplett geschlossen) war in Hahei vergleichsweise echt was los. Dies liegt vermutlich daran, dass hier die Cathedral Cove ist, was mehr oder weniger der Grund ist, warum die meisten Leute nach Coromandel fahren.

Hahei ist eine kleines Örtchen am Strand und auch etwas abgelegen, weshalb der InterCity Bus, mit dem ich unterwegs bin, auch nicht dort hingefahren ist. Auch wenn ich die Gelegenheit gehabt hätte, mitgenommen zu werden, hatte ich doch die verrückte Idee, mit meinem Rucksack die 17 km dorthin zu laufen (Die Frau vom Hostel hat in den letzten Zehn Jahren einmal erlebt, dass jemand dort hingelaufen ist, das aber ohne Rucksack…).

Das war schon ein echt langer Weg, aber gerade am Anfang waren die Ausblick auch total lohnenswert. Und mal abgesehen davon, hat die auch endlich wieder die Sonne geschienen, was dann auch für meine restliche Zeit in Hahei angehalten hat.

Blick über Whitianga

In Hahei war ich dann für weitere drei Tage und ich muss echt sagen, ich hätte mir keinen schöneren Ort als Abschluss aussuchen können. Die Gegend rund um den Strand, vor allem aber auch die Cathedral Cove, inclusive der Weg dorthin, sind unglaublich schön. Ich glaube ich kann die Gegend zu einem meiner absoluten Strand-Favoriten in Neuseeland zählen. Auch wenn an der Cove touristenmäßig echt was los war, ich war und bin total begeistert!

Gemstone Bay

Cathedral Cove

Sonnenuntergang überm Hahei Beach
Sonnenaufgang von Pa Site

Sonnenuntergang an der Cathedral Cove

Sonnenuntergang am Hahei Beach

Waren alles zusammen einfach echt tolle letzte Tage in Neuseeland.

Heute morgen bin ich dann wieder 10 km zur nächsten Bushaltestelle gelaufen, habe noch etwas Zeit in Thames verbracht und bin jetzt unterwegs zum Flughafen Auckland. Und morgen früh geht es dann raus aus Neuseeland und weiter nach Bangkok, ich bin schon echt gespannt…

Thames

(Der Blog kam etwas später, da mein Internet die ganze Zeit nicht gereicht hat, die Bilder hochzuladen. Bin mittlerweile schon ein paar Tage in Bangkok!)

Bis dann, eure Jule

Roadtrip

02. Juli 2019

Hallo ihr lieben,

unglaublich wie schnell die Zeit rast, wenn man wieder so viel zu sehen hat. Letzte Woche habe ich mir zusammen mit Felice, einer Holländerin, die ich auf der Kiwifarm kennengelernt habe, einen Campervan gemietet, mit dem wir zusammen Northland erkundet haben. Man reist dann doch nochmal anders, wenn man mit dem Auto unterwegs ist und einfach nach Belieben stoppen und zu bestimmten Orten hinfahren kann.

Zuvor war ich noch drei Tage in Auckland, die Stadt konnte mich aber absolut nicht begeistern. Es leben eben viele Menschen hier und das steht einfach nicht in Relation zu dem Rest des Landes… Die Hafenfront und der Ausblick vom Mount Eden war ja ganz schön, aber mal abgesehen davon fand ich den Rest doch eher charakterlos und deprimierend. Ich habe hier auch sonst niemand getroffen, der Auckland wirklich mag, die Neuseeländer erst recht nicht. Na ja ich war definitiv froh, als ich die Stadt wieder verlassen konnte…

Auckland Domain
Auckland Museum

Blick vom Mount Eden

Für unseren Roadtrip haben wir uns Northland vorgenommen, das ist der Bereich nördlich von Auckland. Hier ist es trotz Winter auch nicht allzu kalt. Wir hatten auch einfach totales Glück mit dem Wetter, es hat tagsüber kein einziges Mal geregnet und in der Sonne waren es mittags meistens so um die 15°C, nicht zu schlecht also für die Jahreszeit.

Nachdem wir unser ganzes Gepäck im Auto verstaut und uns mit Lebensmitteln eingedeckt haben, sind wir dann auf schnellstem Wege aus der Stadt raus in Richtung Whangarei gemacht.

Unterwegs haben wir einen Stopp in Mangawhai Heads für den Mangawhai Cliff Walk gemacht.

Mangawhai Cliff Walk

Am nächsten morgen sind wir dann zu den Whangarei Falls gefahren, von dort aus ging’s dann nach Paihia.

Whangarei Cliff Walk

Campingplatz in Paihia

Paihia liegt in mitten der Bay of Islands, eine total schöne Ecke am Meer mit vielen Häfen und kleinen Inseln. Am nächsten Morgen haben wir den Bay of Islands Walkway gestartet , ein 17 km langer Track, der entlang der Küste, durch Wetlands und Wald führt und auch zwei Fährfahrten einschließt. Das war zwar ein echt anstrengender Tag mit unglaublich vielen Treppenstufen durch den Wald, aber dafür sind wir an total vielen tollen Buchten und anderen tollen Orten vorbeigekommen. Nach fast sieben Stunden unterwegs waren wir beide allerdings auch echt froh in Russell und somit bei der letzten Fähre zurück nach Paihia angekommen zu sein.

Haruru Falls

In Paihia sind wir dann noch eine Nacht geblieben und haben am nächsten Tag den Weg weiter in den Norden in Angriff genommen. Unterwegs haben wir noch Stopps bei den Rainbow Falls und dem Taumarumaru Recreation Reserve eingelegt.

Rainbow Falls

Taumarumaru Reserve

Von dort aus ging’s dann all den Weg hoch zum Cape Reinga, das ist der nördlichste Punkt Neuseelands an dem der Pazifik und die Tasmansee aufeinander treffen. Viele sagen, dass es nicht wirklich wert ist dort hoch zu fahren, da es im Grunde einfach nur ein Leutturm sei und man dafür fast 100 km hochfahren muss, die man auf dem gleichem Weg auch wieder zurückfährt. Meiner Meinung nach hat es sich aber absolut gelohnt, da erstens alleine der Weg dorthin schon teilweise echt was zu bieten hat, zweitens, die Gesamte Gegend um das Cape total schön ist und drittens, ich dem Campingplatz so fern ab von den ganzen Städten und der Lichtverschmutzung endlich mal wieder einen so traumhaften Sternenhimmel sehen konnte.

Außerdem hatten wir noch totales Glück, da einfach so gut wie niemand sonst da war (im Sommer ist dort immer die Hölle los) und dann noch ein total toller Regenbogen aufgetaucht ist.

Zusätzlich zum Cape sind nur einige Kilometer vorher die ‘Te Paki Giant Sand Dunes’. Das ist einfach eine riesige Fläche, direkt neben Wald und Meer mit gigantischen Sanddünen, auf denen man sich fast wie in mitten der Wüste fühlt. Das hat mich ein bisschen an die Dune du Pilat in der Nähe von Bordeaux erinnert, nur das die Dünen mit einer Höhe von 150 Meter nochmal deutlich größer und beeindruckender sind…

Te Paki Giant Sand Dunes

Links: Tasmansee; Rechts: Pazifik

Der nächste Tag war für uns im Gründe hauptsächlich ein Tag um Distanz zurückzulegen, bis wir am Ende vom Tag dann bei den Kai Iwi Lakes angekommen sind. Eine ‘Hauptattraktion’, an der wir unterwegs gestoppt haben, ist der Waipoua Forest. Hier gibt es mit die ältesten und größten Kauri Trees Neuseelands.

Unter anderem der über 2000 Jahre alte Tane mahuta (Lord of the Forest):

Höhe: 51.5 m, Stammhöhe: 17.7 m, Stammumfang: 13.8 m

Der Baum war schon echt beeindruckend, noch krasser fand ich allerdings den Te Matua Ngahere (Father of the Forest):

Höhe: 29.9 m, Stammhöhe: 10.41 m und vor allem Stammumfang: 16,41 m.

Ein Baum, mit nur annähernd so einem dicken Stamm, wie dieser Baum ihn hat, habe ich zuvor definitiv noch nicht gesehen und es war einfach nur total faszinierend und beeindruckend, dass zu sehen. Das Alter von Te Matua Ngahere ist nicht bekannt, wird aber je nach verschiedenen Aussagen zwischen 1200 und 4000 Jahren eingeschätzt. Es ist ziemlich wahrscheinlich der älteste Baum Neuseelands, manche vermuten sogar der älteste Regenwaldbaum der Welt.

Signal Station Track, Omapere

Tane Mahuta

Te Matua Ngahere
Kai Iwi Lakes

An unserem letzten vollen Tag sind wir dann wieder Richtung Stadt gefahren, genauer gesagt nach Piha. Das ist ein schwarzer Sandstrand im Westen Aucklands, an dem man unter anderem auch total vielen Surfern zuschauen kann und der sich an das Waitakere Regional Ranges Parkland anschließt. Gerade am Wochenende ist hier total viel los, Montags morgens war es dann allerdings wieder fast wie ausgestorben.

Auf dem Weg nach Piha haben wir noch Stopps gemacht um den auf den Tokatoka zu steigen, wo wir einen unglaublichen 360° Panoramablick auf die Landschaft rund um Dargaville hatten, und etwas weiter noch bei den Waitangi Falls.

Tokatoka Peak
Waitangi Falls
Piha

Lion Rock

Camel Rock

Gestern haben wir dann noch den schönen Morgen in Piha genossen, bevor wir gegen Mittag nach einem Walk zum Upper Nihotupu Dam wieder nach Auckland gefahren sind, um das Auto wieder abzugeben.

Ich habe dann nochmal eine Nacht in Auckland verbracht, bin jetzt aber heute morgen mit dem frühstmöglichen Bus wieder unterwegs aus der Stadt raus nach Coromandel.

Upper Nihotupu Dam

Es fällt vielleicht auf, ich habe diese Woche eine ganze Menge Wasserfälle gesehen, in der Gegend sind aber auch einfach so viele und es war immer mal wieder eine schöne Gelegenheit sich bei einem kurzen Spaziergang dorthin die Füße zu vertreten. Wir haben auch eine ganze Menge Kilometer zurückgelegt (1240 km in einer Woche) und da Felice noch nicht ihren Führerschein hat, bin ich die ganze Zeit gefahren. Ich war zwar anfangs etwas Skeptisch bezüglich des Autos, da es eben ein Van war und vor allem nicht Automatisch, ich musste also mit Links schalten. Ich hatte mich aber relativ schnell daran gewöhnt und nach den ersten paar Hundert Kilometer hatte ich auch wieder richtig Spaß daran, mit Manueller Gangschaltung zu fahren.

Die Woche war auf jeden Fall richtig schön, ich habe so viel Gesehen und wir hatten zusammen auch echt viel Spaß 🙂

Bis dann, eure Jule

Mt. Manganui, Hobbiton, Rotorua und Taupo

22. Juni 2019

Hallo ihr lieben,

heute schreibe ich mal wieder aus dem Bus, diesmal auf dem Weg von Taupo nach Auckland.

Seitdem ich letzte Woche wieder angefangen habe, aktiv herumzureisen und die Nordinsel zu erkunden, habe ich schon wieder eine ganze Menge gesehen und einige neue Facetten Neuseelands entdeckt.

Der größte Unterschied der Nordinsel gegenüber der Südinsel ist eindeutig die Bevölkerung. In Neuseeland leben mit knapp 4,8 Millionen Einwohner ohnehin nicht all zu viele Menschen, davon wohnen aber gerade mal etwa eine Millionen auf der Südinsel.

Dementsprechend viele Kleinstädte sind eben hier auf der Nordinsel. Und da ich momentan mit dem Bus von Stadt zu Stadt reise, wird mir das vermutlich noch bewusster als ohnehin.

In Auckland leben mit 1,6 Millionen Einwohnern fast ein Drittel aller Neuseeländer. Ich bin mal gespannt, wie das dort wird. Verglichen mit dem Rest des Landes vermutlich der reinste Kulturschock…

Aber zurück zu meiner letzten Woche. Meine erste Nacht wieder unterwegs war ich in Mount Manganui. Das liegt im Bay of Plenty, neben Tauranga und auch nicht weit von Te Puke. Hier habe ich einen sehr schönen, entspannten Tag am Strand verbracht und bin am nächsten Morgen früh gestartet, um den Sonnenaufgang vom Gipfel des Berges (Mauao) zu betrachten.

Da dieser nur 232 Meter hoch ist, war das früh morgens auch gut machbar. Ich war allerdings echt überrascht, wie viel dort um die Zeit schon los war und vor allem Leute schon wieder auf dem Weg nach unten waren. Das frühe Aufstehen hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, der Sonnenuntergang war echt total schön.

Mittags bin ich dann weiter nach Matamata gefahren. Von dort habe ich am nächsten Morgen eine Tour zum Hobbiton Filmset gemacht.

Dieses kann man sich nur mit einer Führung anschauen und neben mir waren gerade mal zwei andere Mädels in meiner Gruppe. Andere Gruppen, die ich dort gesehen habe, waren eher so mit 20-30 Leuten unterwegs und in der Hauptsaison sind Gruppen zwischen 30 und 40 Leuten eigentlich normal…Da hatte ich wohl absolutes Glück genau diese Uhrzeit gebucht zu haben!

Es war auf jeden Fall total spannend und cool das Filmset mit den vielen kleinen Details zu sehen und Hintergründe zu erfahren, warum was jetzt genau wo ist. Wenn man in Neuseeland ist, ist Hobbiton auf jeden Fall ein Must-do, auch wenn man kein ‘Herr der Ringe’-Fan ist. Alleine die Atmosphäre mit all den kleinen Hobbithöhlen, in mitten der grünen Hügellandschaft, ist absolut idyllisch und faszinierend.

Von Matamata ging es für mich dann weiter nach Rotorua. Das besondere an dieser Stadt ist die geothermische Aktivität, die in der Region aufgrund ihrer Lage in der Taupo Volcanic Zone und was noch so alles dahintersteckt, zu tun hat. Am Ufer des Lake Rotoruas, an Flüssen und in verschiedenen Parks in der Stadt, überall kann man diese geothermische Aktivitäten, in Form von Löchern oder kleinen Wasser-/Schlammseen, aus denen bedingt durch die Hitze Dampf aufsteigt, beobachten. Schon echt faszinierend und auch echt cool, das auch kostenlos mitten in der Stadt beobachten zu können. Der einzige Nachteil, durch den Schwefel stinkt es doch schon teilweise sehr, da gewöhnt man sich aber dran.

An meinem ersten ganzen Tag in der Stadt habe ich den Rotorua Walkway gemacht, ein ca. 26 km langer Rundweg um die Stadt, vorbei an vielen schönen und spannenden Orten, teilweise aber auch einfach durch verschiedene Bezirke der Stadt. Damit war der Tag dann auch mehr als genug ausgefüllt.

Sulphur Bay

Am nächsten Tag bin ich nach Whakarewarewa gelaufen. Das ist ein kleines Dorf in der Stadt, in dem auch sehr viel geothermische Aktivitäten zu finden ist, vor allem der ‘bekannte’ Pōhutu Gesyr. Haupsächlich geht es hier aber um die Māori, die Ureinwohner Neuseelands, die teilweise auch noch in diesem Ort leben. Bevor uns in einer Tour gezeigt wurde, wie es sich so an einem Ort, mit zahlreichen heißen Quellen im Hintergarten lebt, konnte man sich eine Kulturperformance anschauen. Darin haben sechs Māoris unter anderem einige typische Lieder vorgesungen und dazu getanzt, sowie einen Haka aufgeführt. Das ist eine Art zeremonieller Kriegstanz, der Stolz, Stärke und Einheit des Volkes zeigen soll. Man kennt es vielleicht von den den All Blacks, der Neuseeländischen Rugby- Nationalmannschaft, die vor Spielen einen Haka aufführe.

Die Kulturperformance alleine, vor allem die Musik, war schon ein absolutes Highlight des Tages, mal abgesehen davon, war der ganze Ort war einfach nur total faszinierend.

Abends habe ich mir dann wieder den traumhaften Sonnenuntergang am Seeufer angeschaut. Ein schöner Abschluss eines schönen Tages 🙂

Am nächsten morgen ging es dann auch schon wieder weiter nach Taupo. Die Stadt liegt am Ufer des Lake Taupos, dem größten Sees Neuseeland, ziemlich genau in der Mitte der Nordinsel. Nach dem ich im Hostel angekommen bin und mich wieder aufgewärmt habe (morgens ist es mittlerweile echt kalt, knapp über 0°C) habe ich mich auf den Weg zu den Huka Falls gemacht. Das ist halt die Sache, wenn man kein Auto hat; aus einer zehn minütigen Fahrt, wird mal schnell eine Tagestour zu Fuß. Das ist aber auch total in Ordnung, so hatte ich einen tollen Weg vom Ufer des Sees, entlang des Waikato Rivers bis zu den Huka Falls und durch die ‘Redwoods’ wieder zurück in die Stadt.

Die Huka Falls sind schon echt beeindruckend. Der ansonsten breitere Fluss verengt sich hier etwa auf die Hälfte und das Wasser schießt durch eine Schlucht, bis es am Ende nochmal 9 Meter runtergeht. 200.000 Liter Wasser schießen hier pro Sekunde über die Kante!!!

Das war schon irgendwie fesselnd dem Zuzusehen und gleichzeitig auch außerhalb der Vorstellungskraft, was das für Wassermassen sind…

Der Waikato River hat außerdem eine total tolle Blaue Farbe, was den Wasserfall und vor allem das Tal, in dem sich was Wasser wieder beruhigt, nochmal schöner und faszinierender als ohnehin macht.

Waikato River

Huka Falls

Gestern, mein zweiter Tag in Taupo, war das Wetter mal wieder nicht so gut, mittags ist aber doch noch die Sonne rausgekommen und ich habe den restlichen Tag genutzt, einfach mal ein wenig den Ausblick zu genießen. Über den See und vor allem auf die, mittlerweile Schneebedeckten, Gipfel des Tongariro National Parks, die auf der anderen Seite des Sees zu sehen sind.

So jetzt bin ich so ziemlich durch und mittlerweile auch schon fast in Auckland angekommen. Ich hatte auf jeden Fall eine echt schöne letzte Woche und bin gespannt, wo mich die verbleibende Zeit in Neuseeland noch hinbringt…

Bis dann, eure Jule

Bye bye, Kiwis!

15. Juni 2019

Hallo ihr lieben,

heute schreibe ich aus Mount Manganui, wo meine Reise endlich wieder weiter geht. Heute morgen habe ich endlich Te Puke verlassen und freue mich jetzt schon total darauf, die Nordinsel zu erkunden.

Die Kiwipicking-Saison war für uns am Sonntag vorbei, danach habe ich noch vier Tage in einem Packhouse gearbeitet, dazu aber später mehr. Auch wenn ich jetzt schlussendlich fünf Wochen im Haus war, allzu viele Arbeitstage hatte ich im Endeffekt leider nicht. Das lag hauptsächlich daran, dass sich der Anfang der Saison immer wieder nach hinten verschoben und es oft geregnet hatte. Das war jetzt vielleicht nicht optimal, aber was soll man machen…Ist wie es ist, Pech gehabt!

Dennoch hatte ich vor allem gegen Ende eine echt schöne Zeit dort und auch wenn ich jetzt froh bin wieder weg zu sein, es war auf jeden Fall mal eine Erfahrung so viele verschieden Menschen aus aller Welt kennenzulernen und mit ihnen zusammen zu leben (auch wenn am Ende die Verteilung etwa 45% Franzosen, 45% Deutsch und 10% Sonstiges war).

Hier noch ein Paar Bilder von der Arbeit und vom Haus…

Und so ‘trocknet’ hier die Wäsche…auf dem Boden!:)

Nachdem am Sonntag die Arbeit abgeschlossen war, sind in den nächsten zwei Tage so gut wie alle abgereist und das Haus war auf einmal ziemlich leer und leise.

Mein Plan war eigentlich mit zwei anderen zusammen für zwei Wochen noch ein Packhousejob zu finden, egal wo wir angerufen haben, entweder war die Saison vorbei oder keine Arbeit verfügbar. Zufälligerweise haben wir aber auf dem Rückweg aus der Stadt noch ein frisch aufgestelltes Anzeigeschild von einem Kiwipackhouse gesehen und sie hatten zum Glück noch genau drei Stellen verfügbar. Zwar nur für vier Tage Nachtschicht, aber immerhin.

Und so habe ich dann eben noch ein paar Tage im Packhouse gearbeitet und von 19:30 Uhr abends bis 6:30 Uhr morgens Kisten zugepackt. Ziemlich eintönig eigentlich, mal abgesehen davon, dass es eben komplett nachts war, aber das war schon in Ordnung. Das helle Licht, Kaffee, Radio und die anderen Leute haben einen schon beschäftigt- und wachgehalten.

Ich war schon echt überrascht von mir selbst, dass gerade ich, die ja normal absolut kein Nachtmensch ist, von uns sechs aus dem Haus noch am wenigsten Probleme mit den Uhrzeiten hatte. Im Grunde ist das wahrscheinlich auch einfach eine Sache von Gewöhnung und Schlafrhythmus. Ich hätte auf jeden Fall noch gerne ein paar Tage weiter gearbeitet, war aber auch schon unglaublich froh über die paar wenigen Tage der Extraarbeit…

Ich habe jetzt noch einen knappen Monat auf der Nordinsel und bin schon echt gespannt, was ich noch so alles sehe. Da ich jetzt mit dem Intercity Bus unterwegs bin, wird es zwar vermutlich etwas komplizierter zu bestimmen Orten hinzukommen, ich bin aber optimistisch, dass sich das schon alles ergibt!

Bis dann, eure Jule!

Hauptstädte

01. Juni 2019

Hallo ihr lieben,

Mittlerweile sind schon wieder drei Wochen vergangen seitdem ich auf der Nordinsel bin. Viel herumgereist bin ich allerdings nicht.

Ich war drei Tage in Wellington und bin von dort aus acht Stunden mit dem Bus nach Te Puke gefahren, wo ich seitdem meine Zeit verbringe.

Wellington ist ist mit seinen knapp 212.000 Einwohnern zwar keine sonderlich große Hauptstadt (ja Wellington ist die Hauptstadt, nicht Auckland, wie die meisten denken), dafür aber eine echt schöne, lebensfrohe Stadt voller Kultur, Parks und vielen Menschen.

Während den drei Tagen, die ich dort verbracht habe, habe ich mir einiges angeschaut und bin die meiste Zeit einfach durch die Stadt gelaufen um mir Sachen anzuschauen.

Unter anderem habe ich die Cable Car hoch nach Kelburn genommen und bin durch den Botanischen Garten, entlang des ‘Downhill path to the city’ zurück in die Stadt gelaufen.

Ansonsten hat mich das Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, besonders die Ausstellung über Gallipoli fasziniert, die war echt gut. Ansonsten gibt es dort auch eine große, interessante Ausstellung

über die Maori Kultur.

Cable Car

Botanischer Garten

Einen Morgen habe ich damit verbracht, auf den Mount Victoria zu laufen. Von dort hat man einen super Blick auf die ganze Stadt und den Flughafen, sodass man total gut die Flugzeuge beim starten und landen beobachten kann.

Blick vom Mt. Victoria

Pukeahu National War Memorial Park
Harbour Front

Te Ngākau Civic Square

Am nächsten Tag ging es dann morgens mit dem Intercity Bus los nach Te Puke. Insgesamt hat die Fahrt knapp 8 1/2 Stunden gedauert, es war ja auch eine ganz schöne Distanz fast einmal queer über die ganze Nordinsel. Dafür habe ich aber auch schon eine super ‘Sightseeingtour’ bekommen und konnte einfach den Ausblick genießen.

Te Puke ist die selbst ernannte Kiwi-Hauptstadt der Welt, daher auch meine Beschäftigungen hier. Ich dachte mir mal, einen der typischen Neuseeland-Backpackerjobs kann ich mir nicht entgehen lassen und bin deshalb Kiwi Pflücken.

Ich bin hier in einem Haus mit etwa 15 anderen Leuten , sowie circa weiteren 30, die draußen in ihren Autos oder einem Zelt schlafen. Ganz schön was los hier also 🙂

Ich denke ich bleibe noch zwei bis drei Wochen, bis die Saison vorbei ist und reise dann weiter über die Nordinsel. Kiwi pflücken ist jetzt echt nicht der am meisten Spaß machender Job, es ist aber mittlerweile echt okay und man gewöhnt sich daran.

Um sich das vielleicht ein bisschen besser vorstellen zu können, wir sind immer Teams von circa zwölf Leuten, meistens inklusive ein Paar Indern. Jeder von uns hat eine Art Korb an, in den wir die Kiwis reinpflücken. Die Pflanzen sind meistens auf Gesichtshöhe oder höher, sodass man zum Pflücken immer nach oben greifen muss, aber nicht wie bei einem Apfelbaum hochklettern.

Wir haben dann immer einen Traktor mit drei großen Kasten, in die wir die Kiwis reinleeren, bis sie voll sind…und das den ganzen Tag. Nicht zu kompliziert also. Es ist auf jeden Fall mal eine gute Erfahrung, so einen Fruitpicking Job zu machen und zu sehen, was für eine Arbeit dahinter steckt!

Kiwi Orchard

An einem freien Tag habe ich mit ein Paar anderen auch einen Ausflug zu Wasserfällen gemacht. Das war echt schön, vor allem als die Sonne dann abends auch untergegangen ist.

Ich hatte hier anfangs ein Paar Startschwierigkeiten, vor allem weil hier so viele Franzosen sind, die ich nicht so wirklich verstehe. Nach ein Paar Tagen sind aber auch noch ganz viele andere, neue Leute ins Haus gekommen, und jetzt fühle ich mich hier auch richtig wohl 🙂

Ach und ich habe mir meine Haare ein ganzes Stück kürzer schneiden lassen, das war mittlerweile einfach ein zu großes Knoten-Chaos…

Bis dann, eure Jule!

Nelson, Tasman und Marlborough

08. Mai 2019

Hallo ihr lieben,

Ich sitze gerade auf der Interislander Fähre von Picton nach Wellington und lasse die Südinsel und den ‚Autostress‘ der letzten Tage hinter mir.

Ich habe jetzt noch etwas mehr als 2 Monate auf der Nordinsel vor mir und bin schon gespannt, was mich dort erwartet, gerade weil ich ja auch anders herumreisen werde. Dazu aber später mehr…

Die letzten 10 Tage bin habe ich entlang der Nordküste der Südinsel verbracht. Die Region um den Abel Tasman National Park, Nelson und Marlbough gilt zu den sonnigsten Plätzen Neuseeland und tagsüber war es dementsprechend, trotz Beginn der Wintersaison zum 1. Mai, angenehme warm.

Am Montag ist Helena weitergereist und ich bin jetzt wieder alleine unterwegs. Es waren auf jeden Fall super schöne, viel zu schnelle drei Wochen zusammen und ich bin unglaublich froh, dass das alles so super geklappt hat 🙂

Vom Nelson Lakes National Park sind wir bis nach Motueka gefahren, wo wir auch wieder auf das Meer getroffen sind. Hier ist am Strand ein etwa 70 Jahre altes Schiffswrack zu sehen, was echt ganz interessant aussieht.

Janie Seddon Shipwreck

Von Motueka sind wir dann weiter in den Südlichen Teil des Abel Tasman Nationalparks gefahren, zu einem sehr schönen Strand mit Blick auf den Split Apple Rock, ein beeindruckend runder Stein, der genau in der Mitte geteilt ist.

Der Nationalpark ist vor allem für seine wunderschönen, fast goldfarbenen Sandstrände bekannt und das können wir nach dem Aufenthalt dort definitiv bestätigen!

Split Apple Rock

Von dort aus sind wir, durch den inzwischen aufgezogenen starken Regen, über den Takaka Hill zum Pohara Beach gefahren. Nach dem wir an zwei mittlerweile geschlossenen Campingplätzen vorbeigefahren sind, haben wir dort noch einen gefunden…

Morgens hat dann auch die Sonne wieder schön geschienen und wir sind dann von der anderen Seite in den National Park hereingefahren, entlang des Abel Tasman Memorial Points und den Wainui Falls, bis hin zu dem Totaranui Beach, mitten im nirgendwo. Dementsprechend war der Weg dorthin dann auch, Schotterpiste und ein dauerhaftes Bergauf und -abfahren durch unzählige Kurven. Es hat sich aber definitiv gelohnt!

Lookout Point

Wanui Falls Track

Bis auf ganz vereinzelt andere Leute und zahlreiche Wekas, eine Vogelart, die man hier seit der Westküste fast überall trifft und die immer an all unsere Sachen sind, waren wir dort weitestgehend alleine. Das Highlight war hier aber unbestritten der Strand. Ich habe noch nie einen so orange-goldgelben Sand gesehen wie hier, das war einfach nur unbeschreiblich. Und zusätzlich noch die tolle Wasserfarbe…

Totaranui Beach

Weka

Am nächsten Morgen haben wir dann den Rückweg aus dem Park heraus in Angriff genommen und sind zum Grove Scenic Reserve gefahren, eine Art Steinlabyrinth bis zu einem Aussichtspunkt.

Aussicht auf den Abel Tasman NP

Inlets bei Ebbe

Ausblick vom Grove Scenic Reserve

Von dort ging dann die Fahrt weiter entlang der Golden Bay bis ganz an den Nordzipfel der Insel. Hier erinnert die Gegend plötzlich mehr an schottische Highlands, als alles andere.

Dort haben wir dann auch einen kleinen Walking-Track zum Wharariki Beach gemacht. Der letzten Teil bis zum ‚Hauptstrand‘ ist allerdings nur bei Ebbe begehbar, was wir nicht so ganz berücksichtigt haben und somit die Wahl hatten zwischen zwei Stunden warten, umdrehen oder einen begehbaren Weg entlang des Wassers zu finden. Natürlich ist es dann auf letzteres herausgelaufen und vor allem ich hatte einen höllischen Spaß dabei, das Wasser zu beobachten, den richtigen Moment, wenn das Wasser zurückgeht abzupassen und dann zum nächsten sicheren großen Stein zu rennen. Wir haben es dann auch weitestgehend trocken geschafft und es hat sich definitiv gelohnt, für diesen Strand wieder ein wenig abseits der geteerten Straßen zu fahren. Am Wharakiri Beach sind riesige Flächen an Sand, inclusive Sanddünen, ein paar Höhlen und ein fantastischer Blick auf die Archway Islands zu finden. Und das mal abgesehen von der Tatsache, dass hier kaum etwas los war…

Wharariki Beach

Nach einigem herumirren durch die Dünen haben wir dann auch irgendwann den Rückweg zum Parkplatz gefunden und sind weiter zum Cape Farewell gefahren.

Cape Farewell

Von dort aus ging es dann auch wieder entlang der Küste zurück, bis nach Pakawau, wo wir auf dem Campingplatz direkt am Strand einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten konnten.

Kurz vor Takaka liegen die Te Waikoropupū, kurz Pupū, Springs. Mit 14.000 l Wasser, die sie pro Sekunde freisetzten, sind es Neuseelands größte Frischwasserquellen und die größten Kaltwasserquellen der südlichen Hemisphäre. Gleichzeitig zählen sie mit einer Sichtweite von 63 Metern zu den klarsten Gewässern der Welt. Zum Vergleich, destilliertes Wasser hat einen Sichtweite bin 80 Metern.

Durch den weißen Sand auf dem Boden, werden hier die Farben der Pflanzen total farbecht reflektiert und man kann zauberhafte Farben beobachten.

Te Waikoropupu Springs

Von dort aus ging es dann, diesmal mit fabelhafter Aussicht, wieder zurück über den Takaka Hill und dann entlang einer 11 Kilometer langen Schotter- und Schlaglochstrecke erneut in den Abel Tasman National Park hinein, bis zu einer ruhigen Lichtung, von der ein Track zur Harwoods Hole führt.

Dorthin sind wir dann auch gelaufen, und auch wenn man nicht sonderlich viel Sicht auf die 357 Meter tiefe Höhle bekommen hat, der sichtbare Teil der steilen Felswände von Neuseelands längstem senktrechten Höhlenschacht (176. Meter), zusammen mit Echo der Vögel waren schon beeindruckend. Wir sind dann auf noch zu einem Aussichtspunkt hochgelaufen und das hat sich absolut gelohnt. Die letzten Meter waren zwar ganz schön kompliziert zu begehen, weil wir mehr oder weniger über Steine klettern mussten, die total Rippen erinnert haben und auch sehr spitz waren. Der Ausblick über das Gorge Creek war aber dafür umso atemberaubender.

Der anschließende Weg nach Motueka hat sich dann doch nochmal sehr in die Länge gezogen, dafür sind wir aber in einen traumhaften Sonnenuntergang hineingefahren.

Harwoods Hole

Gorge Creek Lookout

Dort habe ich dann am nächsten Tag einen Fallschirmsprung gemacht. Das war ja auch eigentlich schon die ganze Zeit mein Plan, letztendlich aber dann doch eher spontan und zwei Tage vorher gebucht.

Als erstes haben wir einen kleinen Film gezeigt bekommen, dann eine kurze Einweisung und dann ging es auch schon zusammen mit meinem Tandem Patner und zwei anderen Paaren in das kleine Flugzeug, das uns innerhalb eines ca. 15-minütigen Flug auf 13.000ft, das sind etwa 4 km Höhe, gebracht hat. Dabei hatte ich schon einen traumhaften Ausblick über den National Park, die Golden Bay und das Meer. Ganz oben hat man sogar die Schneebedeckte Spitze vom Mount Taranaki auf der Nordinsel gesehen. Der 2.518 Meter hohe Berg war allerdings nur ein winzig kleines Dreieck in der Ferne.

Als wir oben waren ging es dann ganz schnell und ich kam als zweites dran. Vor allem der freie Fall war ein absolut unbeschreiblich Gefühl! Zurück auf dem Boden wäre ich am liebsten direkt ins nächste Flugzeug gehüpft und hätte das nochmal wiederholt…

Was man von oben nochmal viel eindrücklicher gesehen hat als von unten, war der unterschied der Gezeiten. Entlang der ganzen Küste gibt es hier zahlreiche Inlets, die sich teilweise einige Kilometer weit in das Land hineinziehen und bei Ebbe riesige Sandflächen mit gestrandeten Schiffen und Bachläufen zurücklassen. Was von unten schon beeindruckend aussieht, ist aus der Luft einfach magisch. Ich kann nur sagen es hat sich absolut gelohnt!

Von Motueka ging es dann weiter nach Nelson. Hier haben wir uns dann morgens entspannt die Stadt angeschaut und ich habe mich mal wieder an ein Klavier gesetzt, was halt in der Stadt stand um darauf zu spielen. War echt schön mal wieder zu spielen, aber ich habe definitiv gemerkt, dass ich aus der Übung bin!

Nelson – Queen’s Garden

Von Nelson aus ging es dann in die Marlborough Sounds. Wir sind bis zu einem kleinen Campingplatz am einer wunderschönen Bucht gefahren, die wir ganz für uns alleine hatten.

Marlborough Sounds

Am nächsten Tag haben wir uns zum Glück entschieden nicht noch weiter in die Sounds hineinzufahren, sondern zurück und dann nach Picton.

Und hier kommen wir zu dem Punkt mit dem Autostress. In Queenstown habe ich nämlich den WOF, sowas wie der TÜV, nur alle sechs Monate, verlängern wollen, da dieser Mitte Mai abläuft. Den konnte mir die Werkstatt aber beim besten Willen nicht verlängern. Daher war das letzte Ziel des Autos eben eigentlich Picton, von wo ich es noch für wenig Geld weiter verkaufen wollte.

Das Auto hat es auch nach Picton geschafft, allerdings nicht auf die Weise wie es geplant war. Die letzten 12 Kilometer, die uns auf der Strecke noch fehlten, haben wir mit dem Abschleppservice zurückgelegt, der uns dann auf dem Campingplatz abgestellt hat. Das war mal ein Auftritt!

Uns war nämlich der Schlauch mit der Kühlflüssigkeit geplatzt und deshalb konnten wir nicht weiterfahren. Wenn man bedenkt, wo wir die vorherige Woche rumgefahren sind und das die Werkstatt mich mehr oder weniger ausgelacht hat, als ich gesagt habe, ich möchte es ja nur noch nach Picton schaffen…es hätte mich deutlich schlechter treffen können. Und immerhin haben wir es bis nach Picton geschafft 🙂

Picton

Fährfahrt durch die Sounds

Die letzten vier Tage in Picton habe ich dann damit verbracht, zu versuchen meine ganzen Campingsachen und das Auto zu verkaufen, was eher weniger Erfolgreich war. Letztendlich habe ich die meisten meiner Sachen (Decken, Kissen, Boxen,…) an eine Wohltätigkeitsorganisation gespendet und war froh eine Werkstatt gefunden zu haben, die das Auto umsonst nimmt. Alles in allem ist es nämlich einfach nur noch Schrott.

Ist natürlich schade, das ich es jetzt nicht für die Nordinsel benutzen kann und auch nichts für den Verkauf bekommen habe, aber immerhin hat es mich mit mehr als 5000 zurückgelegten Kilometern, vier Monate lang über fast die ganze Südinsel gebracht.

Ich fahre jetzt erst mal mit dem Bus nach Te Puke, gehe dort Kiwis pflücken und schaue dann wie ich die Nordinsel bereise. Ich bin da ganz optimistisch, das es für etwas gut war und sich so tolle Erlebnisse und Begegnungen ergeben, die ich verpassen würde, wenn ich nur mit meinem Auto reise.

In dem Sinne, Tschüss Südinsel und Schrottkarre und hallo Nordinsel und neue Möglichkeiten!

Bis dann, eure Jule!